Glücksspiele aller Art scheinen Betrüger magisch anzuziehen. Zu groß ist die Verlockung, schnell reich zu werden. Gerade um Blackjack ranken sich zahlreiche Legenden, wie man die Bank schlagen kann. Aber auch nicht alle Casinos haben den besten Ruf. Es gab und gibt auf beiden Seiten schwarze Schafe. Die unterschiedlichen Betrugsmethoden bei diesem beliebten Spiel werden im Folgenden unter die Lupe genommen. Eins ist im Voraus festzustellen: Kartenzählen gehört nicht dazu. Auch wenn es vielen Casinos nicht gefällt und sie solche Spieler gern ausschließen, ist bloßes Kartenzählen legal. Erst in Kombination mit anderen Methoden wie Spooking wird es zum Betrug.

Austauschen von Karten

Der Spieler nutzt einen Moment der Unachtsamkeit oder der Verwirrung, um eine Karte „aus dem Ärmel zu ziehen“ und gegen eine seiner Karten auf dem Tisch auszuwechseln. Das funktioniert aber wahrscheinlich nur einmal und wird dazu noch von der Überwachungskamera aufgezeichnet.

Gezinkte Karten

blackjack2Sie ermöglichen es dem Spieler, die Augenzahl verdeckter Karten zu erkennen, er weiß also, was der Dealer hat und kann vorteilhafte Wetten platzieren. Früher war die Methode verbreitet, Karten mit den Fingernägeln einzukerben oder etwas zu biegen. Dass dies effektiv ist, scheint eher fraglich. Die Karten liegen im Schlitten, und es wird wohl etwas dauern, bis sie alle eine Markierung haben, die dann auch noch schlecht erkennbar ist. Mit moderner Technik ist das aber anders, etwa mit Infrarot-Kontaktlinsen, die sonst Unsichtbares sichtbar machen. Vielleicht vertraute ja auch Spielerlegende Archie Karas auf ein technisches Hilfsmittel, als er sich dazu hinreißen ließ, mit einem ausgehöhlten Chip klammheimlich Farbe auf die Bildkarten zu streichen. 8000 Dollar soll er 2013 auf diese Weise in einem Casino in Kalifornien abgesahnt haben.

Spooking

Hierunter ist das Ausspähen der Karten des Dealers zu verstehen. Dazu benötigt der Spieler mindestens einen Komplizen, der die Information an den Spieler weiterleitet. Meistens sind aufeinander eingespielte Trupps unterwegs, die mehrere Spieltische besetzen. Ein Mitglied stellt sich unauffällig hinter den Dealer, um Einblick in dessen Hand zu erhalten. Um nicht aufzufliegen, werden die Signale, mit denen sich die Betrüger verständigen, ständig geändert.

„Joint Venture“ zwischen Spieler und Dealer

Eine Zusammenarbeit von Spielern und Dealern verspricht mit Abstand den größten Gewinn.

Allerdings riskiert der Dealer dabei seinen Job und eine Anzeige. Daher ist diese Methode wohl eher selten, wenn auch nicht obsolet. Erst vor wenigen Jahren wurde eine Bande Falschspieler überführt, die in Lugano beim Blackjack eine halbe Million Schweizer Franken erbeutet hat. Es wurden alle Register gezogen: gezinkte Karten und Spooking, an dem auch zwei Angestellte der Spielbank beteiligt waren.

Betrug beim Online Blackjack

blackjackbetrugBeim Online Blackjack kann man natürlich die Karten nicht zinken. Dafür kann man aber wirkungsvolle elektronische Hilfen einsetzen. Der Computer macht den vermeintlichen Nachteil mehr als wett. Kleine Programme, sie heißen Blackjack Bots – berechnen die gewinnträchtigsten Wettchancen für den Spieler anhand der Informationen, die sie über dessen Karten erhalten. Sie lassen sie durch eine Strategiematrix laufen, um zu ermitteln, ob der Spieler etwa verdoppeln oder aussteigen sollte. Die Bank schlägt er damit nicht, aber es kann ihm gelingen, den Hausvorteil bis um ein halbes Prozent zu senken und tendenziell höhere Gewinne zu kassieren.

Ein weitaus höheres Potential haben eigens entwickelte größere Programme, mit denen die Zufallsgeneratoren der Casinos ausgetrickst werden sollen. Die Generatoren verwenden Algorithmen, haben also viel mit Mathematik und Zahlen zu tun. Wenn nun die erste Zahl bekannt ist, kennt man mit großer Wahrscheinlichkeit auch den zum Mischen verwendeten Algorithmus und weiß, welche Karten ausgeteilt werden. Aber diese Programme sind teuer.

Die Kehrseite: Betrug durch den Dealer

Der Dealer ist in allen Belangen des Spiels bestens bewandert und kennt sein Casino wie seine Westentasche. Daher hat es immer schon auch Dealer gegeben, die das Spiel zu ihren Gunsten beeinflusst haben, auch wenn das Casino dabei Gefahr läuft, die Lizenz einzubüßen. Dealer nutzen zum Betrügen bestimmte Tricks wie Second Deal, bei dem Karten in falscher Reihenfolge ausgeteilt werden. In der Vergangenheit war auch die Methode High Low Pickup verbreitet, bei der nicht richtig gemischt wurde. Beim Online Blackjack funktioniert so etwas natürlich nicht. Nur mittels Software kann hier noch betrogen werden und das wahrscheinlichste Ziel ist die Manipulation des Zufallsgenerators. Hier gilt die Faustregel, dass solche Betrügereien vor allem in kleinen Casinos vorkommen, die Software unbekannter Hersteller verwenden.

Der Kreativität der Betrüger ist offenbar keine Grenze gesetzt, man sollte also die Augen offen halten.
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